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Was kostet die Schliessung der Inselklinik Rheinau?Ein kantonsrätliches Postulat bemängelte 1993 die hohen Sanierungskosten der Klinik Rheinau und forderte ein kantonales Psychiatriekonzept, welches in der Folge vom Regierungsrat ausgearbeitet wurde. Auf dieser Grundlage genehmigte die Gesundheitsdirektion das Modell „Integrierte Psychiatrie Winterthur“ (IPW). Das Konzept bringt eine Verlagerung eines Grossteils der Klinik Rheinau nach Winterthur mit sich. Was mit den vor kurzer Zeit renovierten Gebäuden in Rheinau geschehen soll, ist noch offen. Sicher zu sein scheint, dass sie über längere Zeit leer stehen werden. Von der im Konzept vorgesehenen Kostenneutralität kann daher keine Rede sein. Im 1993 eingereichten Postulat der drei SP-Kantonsräte W. Spieler, U. Kaltenrieder und E. Wohlwend wurden vor allem die hohen Kosten der langfristigen Sanierung der Klinik Rheinau hinterfragt. Gefordert wurde ein kantonales Psychiatriekonzept für die zukünftige Planung. Darauf entstand 1995 Teil 1 „Leitbild und Rahmenkonzept“ und 1997 Teil 2 „Bedarf und prioritäre Massnahmen“. Am 12. August 1998 wurde das Konzept vom Regierungsrat beschlossen. 1999 genehmigte die Gesundheitsdirektion das von einer Arbeitsgruppe entworfene Modell „Integrierte Psychiatrie Winterthur“ (IPW) und der Regierungsrat bewilligte für die Realisierung und Evaluation einen Projektkredit. Auswirkungen des PsychiatriekonzeptsWie im Konzept vorgesehen wird die Inselklinik geschlossen und das Krankenheim Wülflingen als künftige Regionalklinik umgebaut. Im Oktober 2000 wird dort eine gerontopsychiatrische Aufnahmestation sowie eine Rehabilitationsstation zu je 15 Betten eröffnet. Das Umbaubudget für Wülflingen beträgt Fr. 1.9 Mio. Ein grosser Teil der verbleibenden Klinik Neurheinau muss ebenfalls umgebaut und saniert werden, damit sie bereit ist für die Aufnahme der übrigen Bereiche der Inselklinik wie z.B. die gerontopsychiatrischen Langzeitstationen, den Verwaltungsapparat, diverse Büroräume, die Portierloge, das Zentralmagazin usw. Dabei entstehen in Neurheinau Kosten von rund Fr. 3.8 Mio. Im Dezember 2000 wird die dannzumal leere Inselklinik von der Gesundheits- an die Finanzdirektion übergeben. Kostenneutralität?Wie die historisch wertvolle und erst vor kurzem sanierte Inselklinik genutzt werden soll, steht bis zum heutigen Tage noch nicht fest. Daran ändert auch die vom Regierungsrat im März 2000 viel zu spät gebildete Arbeitsgruppe nichts. Vielmehr zeichnet sich ab, dass die Insel längere Zeit leer stehen wird. Bezüglich der dadurch entstehenden Unterhaltskosten, welche auf Fr. 600‘000.-- jährlich errechnet wurden, verliert bis jetzt kein/e Politiker/in ein Wort. Tatsache ist jedoch, dass das Projekt IPW unter dem Gesichtspunkt der Kostenneutralität umgesetzt werden soll, was aber auf diese Art kaum gelingen wird. Da täuscht auch der rein kosmetische Eingriff, nämlich die Übergabe von der Gesundheits- in die Finanzdirektion, nicht darüber hinweg. Steuergelder sind schliesslich Steuergelder! Auch gilt es zu bedenken, dass der geplante weitere Aufbau einer modernen Psychiatrie in Winterthur nicht zum Nulltarif zu haben ist. Zukunft für NeurheinauWas geschieht mit dem verbleibenden Klinikteil in Neurheinau? Es ist geplant, die Stationen der Allgemeinen Psychiatrie zu einem späteren, noch unbekannten Zeitpunkt, ebenfalls nach Winterthur zu verlegen. Der genaue Ort ist noch nicht festgelegt. Zudem sollen sich die gerontopsychiatrischen Stationen, in welchen vorwiegend ältere Menschen leben, sozusagen natürlich redimensionieren. Was für Aussichten! Was mit den frei werdenden Kapazitäten (Personal, Räume) geschehen soll, ist noch unklar. Man wird sich damit beschäftigen, ob es irgendwelche Leistungsaufträge für die Klinik geben könnte. Hier gilt es zu erwähnen, dass eine moderne Infrastruktur vorhanden ist, wie z.B. das 1997 für Fr. 51 Mio. umgebaute neue Wirtschaftsgebäude. Ausbau der Forensik (Gerichtspsychiatrie)?Gemäss Psychiatriekonzept sind die Abklärungen zwecks Ausbau der Forensik bereits angelaufen. Man wird sehen, was das mit sich bringt und ob in Neurheinau, fern den grossen Städten, ein kleines forensisches Dorf entstehen soll. Knacknüsse für die Gemeinde RheinauFür die Gemeinde Rheinau gibt es ebenfalls einige Nüsse zu knacken, bestehen doch etliche Verknüpfungen und Verträge mit der (Insel-)Klinik, welche es zu entwirren und zu lösen gilt, wie z.B. Wasserversorgung, Kanalisation, Heizzentrale usw. Ebenso interessiert es im kleinen, 1200 Einwohner zählenden Dorf sehr, ob Arbeitsplätze erhalten bleiben oder angesichts der erwähnten unklaren Aussichten eine grosse Abwanderung zu befürchten ist. Auch für das Gewerbe ist die Zukunft ungewiss. Manche fragen sich zudem, ob es unter diesen Bedingungen sinnvoll ist, in Rheinau zu wohnen und zu arbeiten. Ebenso beschäftigt die Klinik viele Grenzgänger aus dem benachbarten Deutschland, für welche es auch einschneidende Auswirkungen haben wird. Wer übernimmt die Verantwortung?Bei jeder Veränderung müssen die direkt Betroffenen immer im Zentrum stehen. Es darf nicht sein, dass die psychischkranken Menschen, die Angestellten und das Dorf inklusive Steuerzahler, einen zu hohen Preis dafür bezahlen müssen! Ich hoffe, dass diejenigen PolitikerInnen, die das Psychiatriekonzept angerissen und beschlossen haben, auch willens sind, zu einem guten Gelingen beizutragen und die politische Verantwortung dafür übernehmen. , SP-Rheinau |
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