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Portrait des Kantonsratskandidaten Andreas JenniLob
der Vielseitigkeit
Mit der Vielseitigkeit gings bei Andi schon im Primarschulalter los. Der heute
37-Jährige verschlang damals jeden Lesestoff, der ihm unter die Augen geriet. Die
Tageszeitung wurde von vorne bis zuhinderst gelesen. Es gab nichts, was ihn nicht
interessierte. Im Bestreben, seinen vielen Interessen auch im Beruf nachgehen zu können,
steuerte Andi zielstrebig auf den Lehrerberuf hin. Nachdem er in Rheinau die Primar-, in
Marthalen die Sekundar- und in die Winterthur die Kantonsschule besucht hatte, ging es
nach Zürich ans Primarlehrerseminar. Danach führte ihn sein Weg wieder an den Rhein
zurück.
Dachsemer Lehrerjahre mit Schnupper-Unterbruch
Während längerer Zeit wirkte Andi Jenni - sagen wirs einmal so - an Käthi
Furrers Schule. Und er machte es gerne und gut, denn das Pädagogosche liegt ihm.
Aber es lockte ihn auch noch anderes. Daher schaltete er nach fünf Jahren zwölf
Zwischenmonate ein. Er reiste zu einem ausgiebigen Sprachaufenthalt nach Frankreich und
sammelte anschliessend - was man jeder Lehrkraft wünschen möchte - Erfahrungen in der
Wirtschaftswelt. In der Personalabteilung einer Grossfirma hätte er nach einem Praktikum
das Leiterchen emporsteigen können, aber die Schule lockte ihn noch mehr. Und so kamen
dann weitere fünf Dachsemer Lehrerjahre hinzu, diesmal an der Mittelstufe.
Spurwechsel
1996 vertauschte Andi Jenni die Sprach- und Rechenbücher mit dickbauchigen,
paragraphenschwangeren Wälzern und wurde Jus-Student an der Uni Zürich.
Nein, das Schulehalten sei ihm nicht verleidet, sagt er, aber er habe damals die
vielleicht letzte Chance genutzt, eine völlig neue Berufswelt kennenzulernen. Dass seine
Wahl auf die Juristerei gefallen sei, habe ihn noch keinen Moment gereut. Hier gehe es um
ein breites Wissen auf vielerlei Gebieten. Und das mache ihm Spass, denn er sei vom Typ
her ein Generalist und kein eingleisiger Spezialist.
Mutmassungen über die Zukunft
Fünf Semester lang drückt Andi nun schon die Uni-Bänke. Wohin ihn sein künftiger
Berufsweg führen wird, das wissen die Götter. Schön wäre es, wenn er dannzumal seine
juristischen und pädagogischen Interessen unter einen Hut zu bringen vermöchte.
Vielleicht in der kantonalzürcherischen...
Aber er könnte sich auch andere Möglichkeiten denken, sei es in der Wirtschaft oder in
der Verwaltung. Wichtig ist ihm dabei der Kontakt mit Menschen. Das Vor-dieLeute-Hintreten
mache ihm keine Mühe. Schon in der Kanti sei er Klassensprecher gewesen. Und auch als
Mitglied des Winterthurer Theaterchores habe ihm das Agieren "vor Publikum" viel
Freude gemacht.
Wichtig ist für Andi Jenni der Einsatz für soziale Gerechtigkeit. Das ist gewiss einer
der Gründe dafür, weshalb er sich in fachlicher Hinsicht besonders für das Arbeitsrecht
interessiert. Seit zwei Jahren ist er zudem noch Mietrichter in unserem Bezirk. Auch da
braucht es Leute mit einer sozialen Ader. Und da wären wir nun dort angelangt, wo sich
dieser SP-Kantonsratskandidat schon immer wohl gefühlt hat, nämlich...
...auf dem politischen Parkett
Den Einsatz für die Belange der Allgemeinheit hat Andi schon im Rheinauer Elternhaus
erlebt. Sein Vater, ein SPler, amtierte über viele Jahre hinweg als Präsident der
Primarschulpflege und die Mutter war in der Kindergartenkommission. Politisiert wurde
nicht nur am Mittagstisch, sondern auch mit den Kantonsschul-Kollegen. Als Dachsemer
Lehrer trat Andi - nach etlichen "Landesring-Jahren" - der SP bei, in der er
sich gut eingelebt und auch schon allerlei Aufgaben übernommen hat, zum Beispiel beim
Organisieren des Bildungstages.
Vor einiger Zeit hat Andi Jenni den Einzug in den Dachsemer Gemeinderat um einige wenige
Stimmen verpasst. Darauf angesprochen meint er: "Wer öppis erreiche wott, mues halt
mängmal au e Niderlag chönne iistecke." Offenbar ist ihm auch eine tüchtige
Portion Beharrlichkeit in die Wiege gelegt worden.
Für ihn ist ein guter Politiker übrigens nicht ein sturer und allwissender
Einzelkämpfer, sondern eine Persönlichkeit, die den Rat von Experten einholt und sich
daraufhin eine eigene Meinung bildet. Wichtig sei, so Andi, dass man seine Anliegen mit
guten Argumenten und in sprachlich differenzierter Weise kund tue. "Als Jurist lernt
me das. Und sött ich in e politisches Amt ie cho, dänn würd ich mich vor allem ufs
Debattiere i de Kommissione freue." |